Aktuell: Winterpause

Liebe Leser und Leserinnen meines Blogs,

ab heute werde ich wieder eine Winterpause einlegen, so wie letztes Jahr. Teils gezwungen, weil gerade die Platte und die Schrauben aus meinem Fuß herausoperiert wurden. Das ist relativ gute Planung, denn ab Mitte November kann man ehe nicht so viel mehr im Garten machen und das erzeugt Zeit und Muße, um zu überlegen wie unser Vorgarten weiter gestaltet wird……

Bevor diese Winterpause aktuell wird, gibt es noch ein kurzes Update. Auch in diesem Herbst waren wir wieder sehr produktiv im Vorgarten. Wir haben Pflanzen umgesetzt, manchmal aus Platzgründen, weil manche Pflanzen doch etwas größer werden als vorhergesagt wird; jedoch meistens um eine bessere Harmonie in unserem Vorgarten zu kreieren, damit die Farbabstimmungen noch besser werden (Pflanzen müssen ja erst mal im Garten gedeihen um die Farbe der Blüten, Blätter und Stängel bestimmen zu können) oder die Blattmorphologien schönere Kontraste bilden. Die Teile des Vorgartens, die an den Nachbarsgrundstücken grenzen, gefallen mir immer besser. Auch mit 6 der 8 Blütenblätter bin ich sehr zufrieden, jedoch mit 2 Blütenblätter bin ich noch am Überlegen, wie ich die noch schöner gestalten kann – dafür sind die Wintermonate sehr gut geeignet!

Sigash bollenzakjes

Ein Teil der Blumenzwiebeln (Sigash, D)

Es ist eine richtige Freude zu sehen was momentan noch alles in unserem Vorgarten blüht (leider bin ich zu schlecht zu Fuß um aktuelle Bilder zu machen): Nepeta, Alchemilla, Echinacea, Agastache, Scabiosa, Gaura, Heuchera, Lobelia, Salvia, Liriope, Fuchsia, Knautia und natürlich Chrysanthemum. Aber auch sogar die frostempfindliche Cosmos atrosanguineus und Eucomis sind immer noch eine wahre Pracht! Echte Zeichen, dass der Winter kommt sieht man jedoch an den Blättern der Banane, da sind die ersten Symptome von leichtem Frost sichtbar und unserer Kakibaum verliert seine Blätter um die orangefarbigen Früchten voll das Bühnenlicht zu überlassen.

Natürlich haben wir auch viele Blumenzwiebeln gesetzt……..ein Muss für eine Niederländerin! Es ist ja herrlich wie viel verschiedene Blumenzwiebeln es gibt, viel mehr als das Gelb, Rot und Rotgelb – die Farben die man in unserer Wohngegend hauptsächlich sieht. Wir freuen uns schon sehr, wenn der Frühling wieder im Aufmarsch ist und die ersten Blumenzwiebeln blühen………..

Selbstverständlich werde ich nach der Winterpause im nächsten Jahr wieder in meinem Blog über die Entwicklung unseres Vorgartens berichten. Wer das nicht verpassen möchte, kann sich einfach auf meinen Blog abonnieren, indem man in der linken Spalte unter ‘subscribe’ seinen Email einträgt.

Ich wünsche alle eine wunderschöne blütenreiche Zeit – man kann die Blüten ja ins Haus holen, wenn es draußen wenige gibt!

18. November 2016 von Sietske
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Kleine Früchte an unserer Basjoo Banane

Musa basjoo, die Japanische Faser-Banane, ist eine sehr beliebte Bananenart und die winterhärteste aller Bananenpflanzen. Ich habe schon mal über diese Banane in meinem Blog geschrieben und über unsere mini-Bananen berichtet. Heute gibt es Details, wie man diese tollen Pflanzen überwintern kann und über die Früchte.

Tropengarten Musabasjoo

Großer Horst der Musa basjoo im Botanischen Garten Stuttgart-Hohenheim (Tropengarten, D)

Die Musa basjoo ist bedingt winterhart. Die Wedel bekommen bei Temperaturen von unter 3 Grad einen Frostschaden, werden blaubraun, verwelken und fallen ab. Der Stamm verträgt Temperaturen von -3 bis -8 Grad; das Rhizom bzw. die Wurzel jedoch, vorausgesetzt das die mit Laub oder Mulch gut geschützt ist, wird als winterhart bis Temperaturen von −17 °C beschrieben. Nach den ersten tieferen Frösten wird ein Teil der Blätter abfallen; mann sollte die restlichen Blätter abschneiden und den verbliebenen Stamm ‘einpacken’ oder mulchen. Alternativ kann man auch den Stamm etwa 30–40 cm oberhalb des Bodens abschneiden und schützen. Laut Tropengarten.de sollen sogar ungeschützte Exemplare einen Durchschnittswinter überleben können, sofern es sich um ältere Pflanzen mit entsprechend großem Wurzelstock handelt.

Tropengarten Musa basjoo Neuaustrieb

Neuaustrieb im April, nachdem die zurück gefrorenen Stämme bis ins gesunde Gewebe zurück geschnitten wurden (Tropengarten, D)

Das besondere an dieser Bananenstaude ist, dass sie im Freien blüht und zwar bei uns in Mitteleuropa, allerdings in milderen Gebieten Deutschlands. Der Blütenstand ist mit zahlreichen grün-gelb-rötlichen Hochblättern besetzt, die nach und nach abfallen. An der Unterseite eines jeden Hochblatts befinden sich mehrere Blüten in Reihen. Die Fruchte werden schon gebildet, aber Bananen ernten kann man kaum, denn unser kurzer Sommer reicht nicht, um sie ausreifen zu lassen. Reife Basjoo Bananen sind gelblich Grün, etwa 5–10 cm lang und 2–3 cm breit. Reife Früchte enthalten wenig weißes Fruchtfleisch, viele schwarzen Samen und sind leider nicht zum Verzehr geeignet.

Sigash Musa mei 2016

Unsere Musa Ende Mai (Sigash, D)

Wie hat sich unsere Basjoo Banane in unserem Vorgarten entwickelt?
Jedem Herbst, wenn die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt sinken, schneiden wir die Stämme der Banane etwa 30 cm über den Boden ab und schützen das Wurzelwerk mit viel viel Laub. Anfang Mai, nach den Eisheiligen, wird unsere Musa ausgepackt. Innerhalb von ein paar Wochen ragen die ersten Stämme schon hoch hinauf, immer wieder erstaunlich!

Sigash Musa aug 2016

Unsere Banana im letzten August (Sigash, D)

Der Stamm, der letztes Jahr den Blütenstand gebildet hat, stirbt zurück. Wenn die Klimabedingungen günstig sind, bildet der nächst-große Stamm einen Blütenstand.

Sigash Musa flower 2016

Der Blütenstand unserer Basjoo Banane (Sigash, D)

So war es auch dieses Jahr: es hat sich einen Blütenstand gebildet….und es gab wieder kleine Bananen, sogar etwas größer und mehr als letztes Jahr!

Sigash Musa flowers close 2016

Eine Nahaufnahme der Blüten von Musa basjoo (Sigash, D)

Sigash Musa fruit close 2016

Eine Nahaufnahme unserer kleinen Bananen (Sigash, D)

 

04. November 2016 von Sietske
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Interview mit Peter Janke

Peter Janke-2016

Er verfasst Bücher, schreibt Artikel in Zeitschriften und ist Besitzer des wunderschönen Schaugartens HORTVS, eine Staudengärtnerei, und ein Gartenplanungsbüro: Peter Janke
Hier ein Interview mit einer der führenden Gartengestaltern in Deutschland.

Peter Janke-2016

Peter Janke

Wie würden Sie Ihr Gartendesign beschreiben; was kennzeichnet Ihren Stil?
Obwohl ich jedes meiner Gartenprojekte, jede meiner Planungen immer zwingend auf die individuellen Gegebenheiten von Ort, Architektur und Mensch abstimme, erkennt man einen Peter-Janke-Garten sofort. Es ist die Kombination aus offensichtlich menschgemachten, teils geometrischen Formen und Flächenaufteilungen und betont naturalistischen Pflanzeninhalten, aus der ich meinen Spannungsbogen rekrutiere. So entstehen viel-schichtige Analogien zwischen Mensch und Natur, die sich zu den unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder neu und andersartig ausbilden.

Man hat Sie mal beschrieben als jemanden mit ‘gärtnerischem Geschick und einer grossen Menge Kreativität’. 
Übersetzt heißt diese Beschreibung: Das gärtnerische Geschick ist gleichbedeutend mit dem pflanzlichen Wissen und der damit verbundenen Erfahrung im Umgang mit diversen Gewächsen. Die Kreativität bezieht sich auf meine Gabe, Pflanzbilder intuitiv zu entwickeln. Beides erachte ich als großes Geschenk. Denn das Wissen über Pflanzen erarbeite ich mir beim täglichen Gärtnern, die intuitive Gestaltung mit Pflanzen kommt einfach von allein aus mir heraus.

Flip van den Elshout Hortus Janke

Mittelmeerzypressen und Verbena bonariensis entlang der Allee im HORTVS (Flip van den Elshout, NL)

Ihr Beruf ist Ihre Freizeit, Sie haben Ihr Hobby zum Beruf gemacht; in Ihrem ‘hideaway’ schreiben, zeichnen und entwerfen Sie Gärten. Sie haben lange gezweifelt, ob Sie die künstlerische oder gärtnerische Richtung wählen. Für Außenseiter jedoch scheint es so logisch, dass Sie in die Fußstapfen Ihrer Großmutter (hatte eine eigene Gärtnerei mit u.a. Cyclamen) und Mutter (Floristin) treten würden. Was war entscheidend um diesen Beruf auszuüben?
Einzusehen, dass es zwischen dem gärtnerischen und dem künstlerischen Prozess keine Unterschiede gibt. Beides ist vom Wechselspiel zwischen Form und Inhalt und zwischen Können und Intuition angesiedelt.

Ihre Zeit bei Beth Chatto ist allbekannt. Was war für Sie ausschlaggebend um nach Beth Chatto zu gehen?

Peter Janke Verbena

Schöne Gegenlicht Aufnahme im HORTVS (Peter Janke, D)

Die Begegnung mit Beth Chatto und mit ihrem Garten waren und sind für mich prägend. Ich kannte Beths Gestaltungen bis dato nur aus Publikationen. Beth Chatto Gardens war dennoch von Anfang an meine Nummer eins, um in England zu arbeiten. Alle meine Erwartungen wurden um ein vielfaches übertroffen.

Wie war Ihre Schulung vor und nach Beth Chatto?
Vor meinem Englandaufenthalt dachte ich zu sehr in erlernten, gärtnerischen Strukturen. Einem Wissen, welches in Büchern und Lehrinhalten verankert ist. Beth lehrte mich Pflanzen neu zu erkennen und nach ihren individuellen, am Naturstandort evolutionär ausgebildeten, Stärken im Garten einzusetzen.

Ute Strunk Hortus Peter Janke

Frühling im Kiesgarten vom HORTVS (Ute Strunk, D)

Sie haben einmal gesagt, dass deutsche Gärten zu geordnet sind….
Ich sollte heute besser sagen: zu geordnet waren. Denn es hat sich in den letzten Dekaden ja so viel verändert! Die deutsche Gartenkultur steht wieder für etwas. Nämlich für eine betont naturhafte Gartenästhetik. Und obwohl ich den Begriff ‚New German Style‘ nicht besonders schätze, ist er Synonym für eine erneut Naturbilder in unsere Gärten bringende Herangehensweise. Der Ansatz hierzu ist natürlich nicht neu. Bereits die großen deutschen Gartenkünstler des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts verbanden Gartenglück und stimmige Außenraumplanung immer mit Naturbildern. Ich bin der Meinung, dass dies der deutschen Seele immanent ist.
Nun ist ebenso ein gewisses Ordnungsbedürfnis hierzulande prägend. Das zeichnet uns ja schließlich ebenso aus, wie der Hang zur Romantik. In meinem HORTVS habe ich daher eben diese beiden Pole – Geometrie und Grafik zum einen und naturhaft-wilde Poesie zum anderen vereinigt.

Lis von LIndenhof Hortus Peter Janke

Der Kiesgarten mit Knautia, Nepeta und verschiedene Alliumsorten im Kiesgarten (Elisabethsgartenwelt, D)

In Ihrem 1,4 ha großen Schaugarten HORTVS gibt es einen Kies-, Wald-, Silber-, Stauden- und Wiesengarten mit insgesamt etwa 4500 Pflanzensorten. Interessant ist es, wie dieser Garten gestaltet wurde. Ist es richtig, dass die Erde gar nicht aufgearbeitet wurde und das Design sich dem Ergebnis der Erdboden Analyse angepasst hat?
Das war für mich die einzig logische Lösung. In Hinblick auf eine der Natur gegenüber verantwortungsvolle gärtnerische Herangehensweise macht es keinen Sinn Bodenstrukturen maßgeblich zu verändern. Verbesserungen in Form von Kompostgaben und Lockerungen (nur dort, wo es sinnvoll ist!) nehme ich passgenau vor, ansonsten bleibt das Bodengefüge, wie es ist. Es gibt schließlich für jede Standortsituation entsprechende Pflanzenspezialisten.

Lis von Lindenhof Hortus Janke wilgen

Weidenskulpturen von der Effektschmiede im HORTVS (Elisabethsgartenwelt, D)

Mit welchen Pflanzen arbeiten Sie am liebsten?
Oftmals mit reinen Arten, weniger mit überbordend-züchterisch bearbeiteten Kultursorten. Doch unter dem Strich: Mit denen, die mir gefallen. Im Moment gefallen mir Alpenampfer – Rumex alpinus, Strand-Quecke – Elymus athericus, Bergminzen – Pycnanthemum in Arten und all die vielen großartigen Umbelliferen sehr gut.

Sie reisen in die ganze Welt und bringen auch Exoten mit; was ist Ihnen von diesen Pflanzenerkundungsreisen am meisten beigeblieben? Was war Ihr bester und schlechtester Pflanzen- Fund?
Eine meiner ersten echten Pflanzenerkundungsreisen führte mich 1987 in den US- Bundesstaat New York. Ich war begeistert von Erlenbruchwäldern, die mit Lysichton americanum in voller Blüte ausgekleidet waren. Doch dass tatsächlich eine Gruppe von Arisaema triphyllum, die ich damals im Waldgarten meines Onkels mitnehmen durfte, hier noch immer gedeiht, macht mich glücklich.

Aegopodium_podagraria

Aegopodium podagraria, wird auch Giersch genannt….

Gut und schlecht – diese Kategorien gibt es im Pflanzenreich nicht. Aber gartenwürdig oder nicht, das könnte hier besprochen werden. Im Alter von etwa zwölf Jahren verliebte ich mich im hiesigen Stadtwald in ein Gewächs, dass ich aus unserer Gärtnerei nicht kannte: Aegopodium podogaria. Es hatte wunderschönes Laub und herrlich weiße Schirmblüten. Ich stibitzte ein paar Pflänzchen nahe eines Wanderweges. Eingepflanzt am Fuße einer Hecke im familiären Gartenbaubetrieb gedieh es mehr als prächtig….

Was oder wer ist für Sie ein großes Vorbild in der Gartenarchitektur?
Was ist die gesamtgesellschaftlich gelebte Gartenliebe der Engländer.
Wer ist der großartige Fürst Pückler-Muskau: für mich gibt er den ersten authentischen und vor allem konsequenten Startschuss in Deutschland für eine neue Gartenästhetik, die sich erstmals auch stilistisch an Naturbildern ausrichtet. Fürst Pückler-Muskau war ein wagemutiger Visionär, dessen Tun und Schaffenskraft noch immer die Avantgarde der Zeitgenössischen Gartenkunst von hinten, also aus dem historischen Gepräge heraus, durch leuchtet und erstrahlen lässt.

Für Sie ist ihr eigener HORTVS der schönste Garten, den Sie kennen, denn “Der Garten soll immer Seelenspiegel sein”…..
Der HORTVS ist Kaleidoskop meiner Seele. Seine Vielschichtigkeit, seine zum Teil sehr unterschiedlichen Räume & Pflanzenvignetten fügen sich bei jedem Spaziergang immer wieder zu einem komplexen Ganzen zusammen. Ich könnte auf keinen Teil, auf kein einziges Detail oder auch nur auf eine Pflanze verzichten.

Christina von organicgardendreams Hortus Peter Janke

Eine der formalere Gärten im HORTVS (organicgardendreams, USA)

21. Oktober 2016 von Sietske
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Lampenputzer aus Hameln?

Marechal Pennisetum closeup
Marechal Pennisetum closeup

Eine Nahaufnahme von Pennisetum ‘Hameln’ (Marechal, Belgien)

Es gibt wirklich ein sogenanntes Lampenputzergras. Namensgebend für diese Pflanze sind die Blütenstände, weil diese etwas fedrig, borstig abstehen und damit einem Lampenputzer, eine Art Bürste, ähneln. Die Pflanze wird auch Federborstengras oder Pennisetum alopecuroides genannt. Heute beschreibe ich die Sorte ‘Hameln’, die mit ihrer zierlichen Blättern von etwa 50 Zentimetern Länge etwas kleiner als die Wildform wird (keine Ahnung was die mit Hameln zu tun hat…). An dieser Sorte ‘Hameln’ erscheinen im Spätsommer die silbrich-rotbraunen Ähren. Im Herbst wandelt das Ziergras seine Farbe in ein leuchtendes Gelb, so dass es dem Garten auch dann noch eine besondere Note verleiht. Die Blütenstände sowie das hellbraune Winterlaub sind auch während der Winterzeit bis im Frühjahr dekorativ.

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Eine noch nicht blühende Pennisetum ‘Hameln’ mit Echinacea ‘White Swan’ (Greenfingersonline, NL)

Pennisetum ‘Hameln’ liebt nährstoffreiche, durchlässige, warme Böden. Die mehrjährige Staude ist ursprünglich in der Region von Ostasien (Korea und Japan) bis Australien beheimatet, ist allerdings etwas frostempfindlich und benötigt daher einen Winterschutz. Das Ziergras versamt nicht und bildet keine Ausläufer, sondern kräftige Horste: es vermehrt sich also nicht unkontrolliert im Garten!

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Pennisetum ‘Hameln’ zusammen mit Coreopsis ‘Moonbeam’ (Bluleaf, Canada)

Das dekorative Ziergras ist sowohl als Solitärstaude als auch in Gruppen angeordnet (wie im Bild von Van Dooren Tuinen weiter unten) ein Blickfang im Garten. In zwei Bildern dieser Blogpost zeige ich weiße und gelbfarbige Kombinationen von Pennisetum ‘Hameln’ für den Prärie Garten: oben mit Echinacea ‘White Swan’, darunter mit Coreopsis ‘Moonbeam’.

Van Dooren Tuinen Pennisetum mass planting

Pennisetum großflächig in einem modernen Ambiente (Van Dooren Tuinen, NL)

Pennisetum ‘Hameln’ lässt jedoch auch Nachbarn kräftigerer Farben sehr gut zur Geltung kommen.
In unserem eigenen Vorgarten kann man sehen, wie gut Pennisetum ‘Hameln’ auch in einem eher klassischen Stil neben Rosen gepflanzt werden kann. Ich habe die wunderschöne Rose ‘Burgundy Ice’ gewählt und durch ‘Hameln’ erkennt man die fliederfarbigen Blütenrispen von Perovskia atriplicifolia.

Sigash Pennisetum Rosa

In unserem Eingangsbereich habe ich auch Pennisetum ‘Hameln’ gesetzt mit dahinter Perovskia atriplicifolia und daneben die Rose ‘Burgundy Ice’ (Sigash, D)

Auf dem letzten Bild kann man noch etwas mehr Pflanzensorten erkennen, wie zum Beispiel Lagerstroemia, die blauen Bälle von Echinops, die hellgrüne Lespedeza und ganz vorne, vor der gusseisernen Feuerschale, Nepeta x faassenii. Jedes Mal wenn ich die Treppe hochgehe, genieße ich diesen Anblick……..einfach herrlich!

Sigash ingang overzicht

Unser Eingangsbereich von der Straße aus gesehen (Sigash, D)

07. Oktober 2016 von Sietske
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Igel oder Schwan? Hauptsache Weiß

growing nicely echinacea white
growing nicely echinacea white

Echinacea ‘White Swan’ mit Aster frikartii ‘Mönch’ im Hintergrund (Growing nicely, UK)

Wie Igel sehen die große, stark aufgewölbte Herzen der großen, strahlenförmigen Blüten aus. Daher stammt wohl auch der lateinische Name der Pflanze: Echinacea. Er leitet sich vom griechischen ἐχῖνος echinos = Seeigel ab. Nicht verwunderlich also, dass Echinacea hierzulande als Igelkopf bekannt ist, die Pflanze wird aber auch Purpur-Sonnenhut genannt. Die wertvollen, aus trockenen Lebensräumen wie z. B. den Prärien Nordamerikas stammenden, von Sommer bis Herbst blühenden Zier- und Heilpflanzen sind aus unseren Gärten nicht mehr wegzudenken. Problemlos überstehen sie heiße Sommer und lange Trockenperioden und eignen sich damit hervorragend für sonnige Standorte, jedoch mit humusreichem und wasserdurchlässigem Boden.

Daniel shea echinacea white swan

Echinacea ‘White Swan’, Bronze Fenchel and Veronicastrum virginicum ‘Alba’ (Daniel Shea Garden Design, UK)

Der Purpur-Sonnenhut treibt spät aus, wächst straff aufrecht und wird bis zu 120 Zentimeter hoch. Echinacea eignen sich hervorragend zum Schnitt und sind auch bei Bienen und Schmetterlingen sehr beliebt. Der Sonnenhut blüht von Juli bis in den Herbst hinein. Die “igeligen” Samenstände sind bis in den Winter hinein eine zusätzliche Zierde.

Hasse Wester Nordfjell Echinacea

Der weiße Sonnenhut zusammengesetzt mit Perovskia nach Entwurf des Gartenarchitekten Ulf Nordfjell (Slottsträdgårdmästeren, Schweden)

Warum habe ich als Titel “Igel oder Schwan?” geschrieben? Weil ich in diesem Blogpost ausschließlich Bilder selektiert habe, die alle die Varietät ‘White Swan’ zeigen, jedes Mal mit anderen Pflanzen kombiniert. Ganz oben, in dem kleinen Bild von Growing nicely, ist die ‘White Swan’ zusammengesetzt mit Aster frikartii ‘Mönch’; die ähnliche Farbe in der Blütenmitte läßt diese Kombination harmonisch wirken. Das Bild von Daniel Shea Garden Design wirkt so ruhig, weil beide Blüten-Farben von ‘White Swan’ zurückkommen in der Farbe der Begleitpflanzen.

Staudebedet Echinacea white swan 1

Der weiße Sonnenhut mit Agastache ‘Blackadder’ (Tidens Stauder Design, Dänemark)

Wie kräftig großflächig wirken kann, zeigt das Bild von dem Garten Designer Ulf Nordfjell, in dem ‘White Swan’ nur mit einer anderen Pflanze, Perovskia, kombiniert wird. Die beiden Bilder von Tidens Stauder Design haben neben ‘White Swan’ auch Agastache ‘Blackadder’ abgelichtet. Das obere Bild hat nur Gräser im Hintergrund, was sehr kontrastreich wirkt; das untere Bild hat die Kontraste weicher gemacht durch Pflanzen im ähnlichen Farbton (violett von Echinops und creme-weiß der Persicaria) hinzuzufügen.

Staudebedet Echinacea white swan 2

Von vorne nach hinten: Agastache ‘Blackadder’, Echinacea ‘White Swan’, Echinops bannaticus ‘Taplow Blue’ und Persicaria polymorpha (Tidens Stauder Design, Dänemark)

Und es geht weiter mit der Entstehung unseres Vorgartens. Im Blütenblatt des Westens habe ich für das Design nur einen Farbton mit verschiedenen Abstufungen gewählt. Die Pflanzen entwickeln sich schön und man sieht wie die Kombination von Grau und Fliederfarben eine harmonische Einheit bildet. Pflanzen die benutzt wurden, sind Nepeta, Iris, eine kleinbleibende Salbei mit purpurfarbigen Blatt namens Salvia officinalis ‘Robin Hill’, Artemisia schmidtiana ‘Nana’ und Scabiosa ‘Stäfa’.

Sigash lila blad

Der Entwurf von dem Blütenblatt des Westens in Grau und Fliederfarben in unserem Vorgarten (Sigash, D)

Unten eine Detailaufnahme von dieser wunderbaren Scabiosa Blüten. Sogar verblüht, wie in der Mitte vom Bild unscharf zu sehen ist, erzeugt diese Pflanze ein attraktives Bild.

Sigash Scabiosa

Scabiosa ‘Stäfa’ in unserem Vorgarten (Sigash, D)

23. September 2016 von Sietske
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Interview mit Jacqueline van der Kloet

JvdKloet Floriade

Seit Jahren ist diese Niederländerin eine berühmte Landschafts- und Gartenarchitektin, nicht nur in Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten, Japan und China. Sie hat sich weltweit einen Namen gemacht mit Ihren malerischen Blumenzwiebel-Entwürfe: Jacqueline van der Kloet

JvdKloet Floriade

Jacqueline van der Kloet

Wussten Sie schon immer, dass Sie eine Landschafts- und Gartenarchitektin werden wollten?
Ich beschreibe mich selbst immer als ‘Gründesigner spezialisiert in Bepflanzungskonzepte’. Die Pflanzen sind für mich mindestens so wichtig wie der Entwurf. Darüberhinaus schreibe ich Bücher und Artikel, also bin ich auch ein wenig Autorin. Als 16-jähriges Mädchen wollte ich gerne Kunst studieren, weil ich gut zeichnen konnte und mir das sehr viel Spaß machte. Leider waren meine Eltern nicht begeistert von dieser Idee. Zufälligerweise traf ich im richtigen Moment, gerade vor der Einschreibung, jemand der Garten- und Landschaftsarchitektur in (damals im Jahre 1969) Boskoop studierte. Ich habe mich dort beworben und es war Liebe auf den ersten Blick.

JvdKloet Royal Mile

Die “Royal Mile” mit Verbena bonariensis, Gaura lindheimeri, Pennisetum villosum und Nassella tenuissima (Jacqueline van der Kloet, NL)

In den Achtzigerjahren hatte Sie Ihre eigene Firma gegründet. Nach ein paar Jahren wurde Sie, total verblüfft, von dem International Flower Bulb Center (NL) gefragt, eine Rubrik über Blumenzwiebeln zu schreiben. Sie erklärte, dass Sie wenig Kenntnisse über Blumenzwiebeln hatte. Daraufhin haben sie Ihr Blumenzwiebeln zur Verfügung gestellt um damit in Ihrem Privatgarten zu experimentieren; erst wenn Sie bereit wäre, könnte Sie mit der Rubrik anfangen. Im nächsten Herbst bekam Sie 12 Kartons und der Rest ist Geschichte……..

Wie empfindest du im Nachhinein diese Zeit?
Eine Kombination von Zufälligkeiten, die ein sehr positives Ergebnis herbeiführten. Obwohl es mir schon mal schwerfällt immer mit Blumenzwiebeln assoziiert zu werden, genauso wie Piet Oudolf oft nur mit Gräsern assoziiert wird. Das schränkt ein und stellt unsere anderen Fähigkeiten in den Schatten.

JvdKloet Rikuzentakata bollen

Die Blumenzwiebeln für das Rikuzentakata Projekt werden gepflanzt (Jacqueline van der Kloet, NL)

JvdKloet Rikuzentakata tulpen

Frühlingsblüte der Narzissen, Tulpen und Veilchen im Projekt Rikuzentakata in Japan (Jacqueline van der Kloet, NL)

Was ist in Ihrem Beruf Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Alles in meinem Beruf liebe ich: einen Entwurf machen, Pflanzpläne ausdenken, die Umsetzung eines Designs begleiten, selber Pflanzen oder Blumenzwiebeln einsetzen, Gärtnereien besuchen um mein Wissen aufrechtzuerhalten und auszubauen, reisen um Inspirationen zu bekommen. Sogar in meiner Freizeit mache ich das, es ist für mich ‘a way of living’!

Ihr Privatgarten, de Theetuin in der Nähe von Amsterdam hat Sie in 1983 erschaffen und benutzt diesen als Ihr Experimentierfeld. Ihr Stil wird gekennzeichnet durch Leichtigkeit mit in Einklang gebrachte Formen und Strukturen. Es soll allerdings immer aussehen, wie von der Natur geschaffen! Dazu entwirft Sie unaufdringliche ausgeklügelte Bepflanzungskonzepte, wo frühlings-, sommer- und herbstblühende Blumenzwiebeln zusammen mit allen Kategorien von Pflanzen (Stauden, Rosen, Gräser, Ein- und Zweijährigen, Gehölze und Bäume) kunstvoll kombiniert werden. So lange wie möglich soll etwas blühen!
Vielsagend ist, dass Sie Ihre Blumenzwiebeln in einer Schubkarre mischt, grob zerstreut und dort pflanzt, wo sie hinfallen.

Was ist Ihr Lieblingsprojekt und warum?
Total schwierig zu definieren, es gab schon so viele und jedes Projekt ist anders, hat seinen eigenen Charme und Charakter. Aber wenn es sein soll…… in 2008 ‘die Royal Mile’ wegen der wunderbar schöne Zusammenarbeit mit anderen Designern. Und Rikuzentakata in Japan, eine Wiederherstellung öffentlicher Grünfläche nach einer Tsunami in 2011; die Emotion und Dankbarkeit dort haben mich tief berührt.

Haben Sie Lieblingspflanzen?
Das ist eine sehr schwierige Frage, es gibt so viele schöne Pflanzen! Es ist einfacher zu formulieren mit welchen Pflanzen ich vorzugsweise nicht arbeite:

JvdKloet Filippi Lygeum spartum

Lygeum spartum in Jardin Sec, Frankreich (Jacqueline van der Kloet, NL)

Koniferen, weil die so eine statischen Habitus haben; und Pflanzen, die hier klimatologische gesehen nicht hingehören, dennoch viel benutzt werden weil es in Mode ist.

Pepiniere Filippi Meze Frankrijk

Jardin Sec von Gärtnerei Filippi in Frankreich (Jacqueline van der Kloet, NL)

Was ist Ihren Lieblingsgarten und was gefällt Ihnen daran?
Der schönste Garten gibt es meiner Ansicht nach, nicht, weil es so viele unterschiedliche Gartenstile gibt und man dann Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Ein klassischer Barockgarten kann man nicht vergleichen mit einer naturnahen oder minimalistischen Garten.
Der Jardin Sec von der Gärtnerei Filippi in Mèze in Frankreich hat mich sehr beeindruckt. Ich würde den beschreiben mit den Worten hauptsächlich Grautöne, Strukturen und Pflanzen die gut gedeihen in windiger, trockener Dürre.

David Austin Roses Gertrude Jekyll with digitalis

The Gertrude Jekyll Rose zusammen mit Digitalis u.a. ‘Pam’s Choice’ und Nepeta ‘Six Hill’s Giant’ (David Austin Roses, UK)

Haben Sie ein großes Beispiel in der Gartenarchitektur?
Am Anfang meiner Karriere habe ich alles gelesen was Gertrude Jekyll geschrieben hat und habe auch viele ihrer Gärten besucht.
Mittlerweile bestimme ich schon lange meinen eigenen Kurs und lass mich inspirieren von meiner Umgebung, weniger von Personen oder ihre Tätigkeiten.

Jacqueline van der Kloet und Ihre Berufung!
Jede Stelle auf dieser Erdkugel kann schön gestaltet werden, wenn man die örtlichen Gegebenheiten und eventuellen Wünsche der Eigentümer beachtet. Meine Passion ist es um die Orte, die ich in Auftrag gestalte, möglichst schön zu verwirklichen, sodass möglichst viele Leute davon genießen können.

Blumenzwiebel-Tipps von Jacqueline van der Kloet: 
- große Mengen mit wenigen Species und Varietäten
- Früh- bis Spätblühende mischen
- in einem Farbton, am liebsten die Farben ineinander verlaufen lassen, selten Kontrastakzente

Übrigens, de Theetuin kann man auch besuchen!

09. September 2016 von Sietske
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Engelhaar von Lila umgeben

Sigash Stipa Lavandula
Sigash Stipa Lavandula

Nassella zusammen mit Lavandula (Sigash, D)

Auch in diesem Beitrag Kombinationen mit Engelhaar, diesmal zusammengesetzt mit Lila. Im letzten Beitrag habe ich Engelhaar oder Nassella tenuissima schon beschrieben und in Kombinationen mit orangefarbige Blüten gezeigt. Das Gras ist so vielfaltig kombinierbar, dass ich gerne in diesem Blogbeitrag mehr Pflanzenkombinationen beschreibe.

Maureen Little Bees

Nassella mit Achillea ‘Apple Blossom’, Lavandula ‘Hidcote’ und Allium sphaerocephalon (Maureen Little von The Bee Garden, UK)

In dem Bild oben ist Nassella versteckt zwischen einer Vielfalt von Rosa und Lila blühende Stauden. In letzter Zeit wird Engelhaar öfters kombiniert mit nur einer Staude, wie ich z.B. schon mal beschrieben habe mit Gaura lindheimeri in einem Design von Jacqueline van der Kloet.

Stipa Salvia Allium Sarah Price Landscapes

Nassella kombiniert mit Salvia und Allium sphaerocephalon (Sarah Price Landscapes, UK)

Sarah Price hat sich in ihrem Entwurf oben nicht beschränkt auf eine Staude sondern auf den Farbton Lila. Mit einer solchen Gestaltung kreiert man viel Ruhe und Balance.

Patricia Tyrrel Knautia Stipa Allium Kniphofia

Vor dem Hintergrund von Nassella, leuchten Allium, Knautia, Kniphofia (Patricia Tyrrel, Ireland)

Patricia Tyrrell’s Gestaltung dagegen, erzeugt genussvolle Leichtigkeit und Fröhlichkeit durch selektiv kräftige, unterschiedliche Farbtupfer in Engelhaar zu weben.
Das letzte Beispiel von Nassella umgeben mit Lila, ist einen Entwurf von Christiana Ruspa der Giardino Segreto. Ich habe das Bild schon mal benutzt in meinem Blog, aber es ist so genial und passt so gut in diesem Blog mit Nassella, dass ich es hier nochmals beschreiben möchte. Die Designerin wählt eine elegante Lila Farbe als Hintergrund, mehrere Naturfarbtöne, einen Blüten-Farbton und inszeniert die Pflanzen gekonnt durch ausgeprägte Formen. Einfach wow!

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Nassella mit Verbena bonariensis, Perovskia atriplicifolia, Artemisia ‘Powis Castle’ und Calamagrostis ‘Karl Foerster’ (Giardino Segreto, Italiën)

Und es geht weiter mit der Entstehung unseres Vorgartens. Zwischen der kleinen Treppe und der weißen Mauer auf der linken Seite war eine kleine Mauer aus Sandstein geplant um den Höhenunterschied von der Terrasse zu den Blütenblättern zu begleiten. Wir hatten ein Teil des Mäuerchens mit Randsteine gemacht, aber das gefiel uns gar nicht. Das wurde jetzt geändert: mein Mann hat diese Trockenmauer neben der kleinen Treppe fertig gemacht. Schwere Steine und viel Gefühl für Form erzeugen das schöne Ergebnis.

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Die alte Mauerkonstruktion neben der kleinen Treppe (Sigash, D)

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Die neue Trockenmauer ist fertig (Sigash, D)

Desweiteren waren wir auf Pflanzensuche: zuerst haben wir einen Besuch an der Gärtnerei Gräfin von Zeppelin in Laufen unter Freiburg im Breisgau gemacht. Wirklich eine Reise Wert, die haben seltene Pflanzen und eine große Vielfalt von Hemerocallis und Paeonia Sorten. Und natürlich war ich letztes Wochenende wieder auf dem Gartenmarkt in Maikammer, das jedes Jahr wieder ein herrliches Erlebnis ist. Ich bin auch fündig geworden! Die Blütenblätter sind mittlerweile gut gefüllt. Es fehlt hier und da noch die eine oder andere Pflanze, aber im großen Ganzen bin ich sehr zufrieden, es wird! Noch nicht alle Pflanzen stehen an ihrem vorgesehenen Platz, aber das Umsetzen machen wir in ein paar Wochen, wenn sich der Herbst angekündigt hat. Bis dahin erledigen wir noch ein paar andere Sachen…….

Sigash overzicht aug 2016

Unser Vorgarten von oben gesehen (Sigash, D)

26. August 2016 von Sietske
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Gras wie Engelhaar

nassella-tenuissima Benary
nassella-tenuissima Benary

Nassella tenuissima (Benary, D)

Gras das aussieht wie Engelhaar? Das ist doch sicherlich poëtische Freiheit….jedoch nein! Stipa tenuissima, synonym Nassella tenuissima, wird auch Zartes Federgras oder Engelhaar genannt und sieht wirklich aus wie ganz feines Haar. Man könnte meinen, Karl Foerster hätte an dieses Gras gedacht, als er sagte: “Gras ist das Haar der Mutter Erde”. Schon alleine das Laub ist weich, haarfein und wiegt sich sacht im Winde hin und her. Dazu gesellen sich feinste flauschige Blütengrannen, die sich von silbriggrün zu goldgelb verfärben und locker über dem Laub stehen! Ab Juli sind diese silberne bis goldgelbe Blüten zu sehen.

Chanticleer Stipa Orlaya

Nassella mit Orlaya grandiflora und Anthemis ‘Blomit’ (Chanticleer, photos by Lisa Roper, USA)

Katarzyna Bellingham Stipa Achillea

Nassella mit Achillea, Ammi majus und Tanacetum parthenium (Kasia Bellingham, Polen)

Im Herbst verfärbt Nassella ihr Grün in Goldgelb und behält eine schöne Silhouette im Winter. Dieses aus Patagonien, aber auch aus Texas und Mexico stammende Gras kann in strengen Winter kurzlebig werden, versamt jedoch überreich! Im Frühjahr sollen die Halme nicht zurückgeschnitten, sondern ausgekämmt werden. Nassella ist sehr tolerant gegen Trockenheit. Schön zur Geltung kommt das Gras in größeren Gruppen, aber auch eingestreut verwendet in Kombination mit Sommerflor.
Da ich so viele schöne Bilder von Pflanzen Kombinationen mit Engelhaar gesehen habe, gibt es 2 Blogbeiträge über Nassella tenuissima. Heute zeige ich Bilder, wo dieses filigrane Gras kombiniert wird mit Stauden, die gelb- oder orangefarbenen Blüten haben. In zwei Wochen werde ich Bilder veröffentlichen, wo man Engelhaar sehen kann, zusammengesetzt mit Pflanzen die rosa oder lila blühen.

Ann-Marie Powell Gardens Stipa, Digitalis, Hemerocallis

Nassella mit Digitalis ferruginea und Hemerocallis (Ann-Marie Powell Gardens, UK)

In den 2 Bildern oben sieht man Nassella kombiniert mit weiß und gelb. Es wurden ähnliche Pflanzen benutzt, jedoch ist das Ergebnis links ein Hauch von ‘Spitze’, rechts erzeugen die gelben Achillea Blüten ein viel kräftigeres Bild. Das Bild oben von Ann-Marie Powell Gardens zeigt Nassella in üppige Pracht zusammen mit starke, kräftige Formen der Blüten. Das Bild wirkt immer noch relativ ruhig durch die Beschränkung auf einem Farbton. Das Bild unten ist in dem berühmten Chanticleer Garten in der Nähe von Philadelphia genommen; es wurde eine naturnahe Atmosphäre kreiert durch die lockere Zusammensetzung von Nassella und u.a. Asclepias.

Stipa Asclepias Chanticleer

Nassella zusammen mit u.a. Asclepias (Chanticleer, photos by Lisa Roper, USA)

Und es geht weiter mit der Entstehung unseres Vorgartens. Heute das erste Bild von meinem Pflanzen Design in einem der Blütenblätter! Es ist das Blütenblatt im Süden, wo die Grundfarbe dunkelrot ist. Wie üblich, gibt es ein paar kleine ‘Herausforderungen’. Es gab eine Vertauschung von Sanguisorba ‘Tanna’ und ‘Pink Tanna’ in der Gärtnerei, sodass eine Pflanze hellrosa statt dunkelrot blüht. Weiter haben die Eucomis Zwiebeln leider weniger geblüht als in den letzten Jahren in unserem Vorgarten. Nassella tenuissima, Cosmos atrosanguineus, Heuchera ‘Palace Purple’ und die Sanguisorbas haben sich wunderbar entwickelt. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Bild der Pflanzenkombination in dem Blütenblatt des Südens!

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Nassella tenuissima in unserem Vorgarten im Blütenblatt des Südens kombiniert mit Eucomis, Cosmos atrosanguineus, Heuchera ‘Palace Purple’ und Sanguisorba ‘Tanna’ (Sigash, D)

12. August 2016 von Sietske
Kategorien: Garten Design, Gartenentwurf, Gartengestaltung | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

Interview mit Ray Brown

Plant World Gardens Map

Er ist sehr kreativ, Züchter, Pflanzensammler, Angler, Langstreckenläufer und vor allem Gründer Eigentümer von Plant World Seeds und Plant World Gardens: Ray Brown

Wie würden Sie sich beschreiben?

Ich bin 68 Jahre alt und halbwegs in Rente, jedoch weil mein Haus sich auf dem Gelände der Firma befindet, halte ich mich öfters in der Firma auf als ich eigentlich sollte.

INDIGO ROSE RAY blog

Ray Brown und Tomate ‘Indigo Rose’

Seit meiner Kindheit war ich immer ein begeisterter Angler und ich liebe Langstreckenlauf. Vor ein paar Monaten habe ich zusammen mit meiner Partnerin ‘the Great North Run’ gelaufen (der weltgrößte Halbmarathonevent in Newcastle mit 56000 Teilnehmer), Tessa überquerte als 12000ste und ich schaffte sogar als 5000ster die Ziellinie.

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Das Café in Plant World Gardens

Ihr Lebenslauf ist sehr originell und abwechslungsreich!

Ich besuchte eine altmodische Grammatik-Schule in Coventry und habe anschließend das Studium Metallkunde absolviert. Leider hat es mir kein Spaß gemacht und nach einem Jahr haben wir uns entschieden unseren Lebensunterhalt zu verdienen mit Angeln auf Aal in Loch Ness, Schotland (das Zuhause von Nessie!!). Das war eindeutig nicht erfolgreich, jedoch kamen wir dadurch definitiv aus dem Hamsterrad, glücklicherweise. Danach haben wir am Ufer von Loch Garry in einem Miet-Cottage gewohnt und Boote an Forellenfischer vermietet. Irgendwann haben wir 4 verfallene Cottages in einem großen Moor auf einem schottischen Berg gesehen, die zum Verkauf standen……die Dorfbewohner lachten als diese doofe Flachlandbewohner diese Häuschen kauften.

Plant World Gardens Map

Die Weltkarte als Gartenplan in Plant World Gardens

Gab es ein besonderes Ereignis in Ihrer Familie, weshalb Sie Plant World Seeds und Gardens kreiert haben?

Als junger Bursche war ich schon immer interessiert in Pflanzen. Mein Vater war auch ein passionierter Gärtner: also ich vermute dass ich das Pflanzen-Virus von ihm vererbt habe. Ich glaube, dass ich ein sehr kreativer Einzelgänger bin und die Idee von einem Garten in Form einer Weltkarte, wo in jedem Kontinent die geografisch richtige Pflanzen gesetzt werden, hatte ich schon immer im Hinterkopf. Um diese Idee Realität werden zu lassen, mussten wir unser Gästehaus und unsere gewinnbringende Alpine Staudengärtnerei (die wir aus den 4 verfallenen Häuschen gezaubert hatten) aufgeben und sind von Schottland umgezogen nach Süd-West England.

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Mirror Lake in Plant World Gardens mit einem Blumentopfmann

Plant World Gardens hat ein charakteristisches Design, das einer Weltkarte; gibt es noch andere Merkmale in der es sich von anderen Gärten unterscheidet?

Plant World Gardens liegt auf einer steilen Abhang, der dem Norden zugewandt ist, in der Nähe des Meeres auswärts Newton Abbot. Obwohl wir den Vorteil von dem Einfluss des Golfstroms haben, der ein mediterranes Klima entlang der Küste in Süd-West England bewirkt, müssen wir uns immer noch auseinandersetzen mit den Problemen einer Norden zugewandten Abhang auf einer der höchsten Spitzen hier – es kann hier schon mal sehr windig sein. Außerdem habe ich einige Besonderheiten eingebaut, die den Kindern meistens gut gefallen – zum Beispiel eine Yeti Figur in dem Himalaya spritzt Wasser wenn man auf einen Hebel drückt und wir haben angelnde Blumentopf Männer in einem Teich. Weiter habe ich die Pflanzenschilder im Garten informativ und humorvoll gestaltet.

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Meconopsis ‘Lingholm’

Plant World Seeds verkauft viele verschiedene Samensorten inklusive die von seltenen und exotischen Pflanzenarten. Was sind Ihre Lieblingssamen und was ist Ihre Lieblingspflanze?

Die Samen von Meconopsis sind meine Lieblingssamen, weil die nicht nur sehr schwierig keimen, sondern auch schwierig in unseren warmen Sommer in Devon zu kultivieren sind. Wir sind mittlerweile sehr erfolgreich und viele Meconopsis wachsen und gedeihen gut in unserem Himalaya Garten.

Es ist schwierig nur eine Lieblingspflanze zu wählen – aber ich würde Echium sagen, eine Echium wildpretii. Die ist zwar nicht ganz winterhart, aber so eine eindrucksvolle fantastische Pflanze!

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Der ‘Hot Border’ mit Echium wildpretii in Plant World Gardens

Was kennzeichnet Ihre Saatgutfirma darüber hinaus von anderen Saatgut-Herstellern?

Ich denke, wenn man uns mit den anderen großen Firmen vergleicht, ist die menschliche Note das was Plant World Seeds auszeichnet. Wir haben als kleines Familienunternehmen angefangen und versucht, um die Gesinnung beizubehalten, nämlich einen guten Draht zum Personal und den Kunden. Wir bemühen uns sehr Kunden behilflich zu sein, wenn sie spezielle Wünsche haben – sowohl bezüglich Beratung als auch Lieferung der Aufträge. Viele unserer Kunden haben wir schon zwei Jahrzehnte und oft ermutigen wir den Kontakt mit einer kleinen Nachricht wenn sie bestellen oder mit einer Email. Es gefällt uns den Kontakt zu erhalten.

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Ray Brown am Frühstück in der Himalaya während einer Pflanzensammler Expedition

Sie reisen um die ganze Welt auf der Suche nach neuen Pflanzen?

Ja, im Laufe der Jahre habe ich viele Reisen und Expeditionen gemacht um neue Variëtäten zu finden. Das waren Reisen nach den Anden, Sakhalin Island in Rusland, Mexico, dem Himalya und vielen Mediterrane Inseln. Die Umstände während solcher Reisen sind oft unkomfortabel und manchmal ein wenig gefährlich, aber die Belohnungen für das Entdecken einer neuen Pflanze vielfältig.

Mein schönster Fund ist Alstroemeria hookeri aus Chile, weil diese so wunderschön, problemlos, sehr einfach zu kultivieren ist und
sich sehr schön ausbreitet.

ALSTROEMERIA HOOKERI blog

Alstroemeria hookeri

Sie züchten neue Pflanzen Variëtäten, welche Eigenzüchtung gefällt Ihnen am besten?

Ehrlich gesagt, bin ich wahrscheinlich am meisten passioniert über die neueste Pflanze, die ich in dem Moment züchte. Ich bevorzuge es nach vorne zu schauen, zu einer neuen Herausforderung. Momentan arbeiten wir an neue Lupinen mit goldenen Blättern in 3 unterschiedliche Formen, nämlich eine klassische, eine Baum- und eine Kriechform. Darüber hinaus gibt es momentan viele neue Formen von Dierama oder ‘Angel’s Fishing Rod’ (Angel der Engel).

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Die Gärtnerei, ein Poly Tunnel und das Café von Plant World Gardens

Ray Brown: ein passionierter, kreativer Pflanzenzüchter

Da ich jetzt weniger arbeite, fange ich an zu verlangsamen und mir ist aufgefallen dass ich die Namen der Pflanzen vergesse, die ich die letzte 50 Jahre immer gewusst habe. Geblieben ist die Aufregung um zu experimentieren mit Samen, Pflanzen und Töpfe mit Kompost und zu beobachten was gedeiht. Ich liebe es jedem Morgen in meinen großen Poly Tunnel zu gehen wo viele Tausenden Töpfen und Trays mit Samen stehen um zu sehen welche neue Überraschungen gekeimt haben……

29. Juli 2016 von Sietske
Kategorien: Garten, Garten Design, Interview | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

Wildstaude aus Mazedoniën

Knautia macedonica bud and flower
Knautia macedonica bud and flower

Knautia macedonica Knospe und Blume

Die Mazedonische Witwenblume, auch Knautia macedonica genannt, ist eine sehr schöne und reich blühende Staude, die sich ihren schönen Wildstaude-Charakter erhalten hat. Die ballförmigen tief weinroten Blüten tanzen schier unendlich bis zum ersten Frost an langen Stängeln über dem Laub. Hummeln, Bienen und Schmetterlinge tummeln sich an diesen Blüten.
Es müssen nicht einmal alte Blütenstände herausgeschnitten werden, womit sich diese Staude als besonders pflegeleicht erweist. Diese reich und lange blühende, anspruchslose Wildstaude eignet sich bestens für die Verwendung in sonnigen bis absonnigen Pflanzungen. Heimisch ist Knautia macedonica im mittleren Balkan und gilt als winterhart, robust, langlebig und mehrjährig.

Gräserbeet

Knautia zusammen mit Stipa tenuissima (Jo Thompson Garden Design, UK)

Sabina Rüber Knautia Phlomis

Knautia macedonica zusammen mit Phlomis russeliana (Sabina Rüber Photographer, UK)

Knautia macedonica kann als dunkelrote Tupfer mit anderen Pflanzen herausfordernd kombiniert werden, ähnlich wie Cirsium atropurpureum und Allium sphaerocephalon, obwohl auch Mut zum Ausprobieren dazu gehört! Beim Zusammensetzen mit Stipa tenuissima oder mit Phlomis russeliana, wie auf den Bildern oben, kann man nichts falsch machen.

Wildacres Knautia Gaura

Eine luftige Kombination von Gaura und Knautia (Wildacreflowers, Australien)

Jo Gardens Knautia and Nepeta

Knautia macedonica und Nepeta (Jo Penn von Jo Gardens, UK)

Auch die Farben in der Kombination mit Gaura lindheimeri sind sehr harmonisch; die Kombination mit Nepeta, die oben auf dem rechts Bild zu sehen ist, ist eher Geschmackssache……..aber mir gefällt es. Und noch ein weiteres Bild mit Knautia im selben Farbenschema: mutig und gekonnt!

The Dillon Garden Knautia macedonica, Geranium 'Anne Folkard', Lythrum

Knautia macedonica mit Geranium ‘Anne Folkard’ und Lythrum (The Dillon Garden, Irland)

Und es geht weiter mit der Entstehung unseres Vorgartens. Momentan jäten wir sehr viel, es ist unglaublich wie kräftig und groß das Unkraut wächst! Die hohe Temperaturen und Feuchtigkeit haben es in sich!
Inzwischen werden viele kleine Sachen erledigt, die nicht so fotogen sind. Langsam aber sicher kann man sehen, wie schön die Pflanzen sich entwickeln. Deswegen heute ein Bild von Blüten in unserem Garten. Es ist eine der Pflanzen-Kombinationen, die ich jedes Mal genieße, wenn ich mich in unserem Vorgarten aufhalte oder dadurch gehe. So blüht bei uns Knautia macedonica zusammen mit dem Schokoladen-Cosmos oder Cosmos atrosanguineus, einfach herrlich!

Sigash Knautia Cosmos

Knautia in unserem Vorgarten kombiniert mit Cosmos atrosanguineus (Sigash, D)

15. Juli 2016 von Sietske
Kategorien: Garten Design, Gartenbau, Gartengestaltung | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert

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