Bambus, Freude oder Plage?

Vor etwa 10 Jahren haben wir 2 Bambuspflanzen im Vorgarten gesetzt. Wir haben die eingegraben mit Wurzelsperre, so wie das empfohlen wird. Und dort wo beide Enden der Wurzelsperre zusammengeklebt waren, haben die Rhizome doch ihren Weg nach draußen gefunden! Glücklicherweise hatten beide Pflanzen nur ein Rhizom außerhalb der Wurzelsperre gebildet, die haben wir ausgegraben und entfernt. Aber ganz gut hat mir das nicht gefallen und beim Baggern haben wir beschlossen, dass diese alten Bambuspflanzen entfernt werden sollten. So gesagt, so getan: der Bagger hat beide ausgegraben und entfernt. Danach habe ich schlecht geschlafen und fürchtete dass die Bambuspflanzen nicht gut genug weggeholt wurden. Also wollten wir, wo beide Pflanzen standen, nochmals ausgraben lassen und in der Tat hat der Baggerfahrer unglaublich viel Wurzeln nach oben geholt. Diese wurden alle auf einer Plane neben der Grube gelegt. Da der Hügel auf dieser Plane von der ersten Pflanze so groß wurde, haben wir beschlossen das Ausgraben der zweiten Pflanze auf später zu verschieben. Die Idee war, die Erde von diesem Hügel zu sieben und so die Wurzeln zu entfernen. An den Rändern der Grube waren an verschiedenen Stellen noch Bambuswurzeln zu erkennen! Kein Problem, können wir mit der Hand herausgraben, sagten wir……Eigentlich sollten die Wurzeln nicht tiefer sitzen als 40-50cm laut Literatur und Experten, aber in unserer Grube gibt es wirklich Bambuswurzeln in 1 meter Tiefe!

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Die Bambus-Grube und der Bambus-Hügel direkt nach dem Baggern

Nachts wurde ich wach und habe nachgelesen über Bambus. Tja, und natürlich eine tolle Geschichte gefunden wo Menschen Bambus durch den ganzen Garten hatten und nicht los werden konnten……..das gab mir nicht so viel Ruhe…….Tagsüber habe ich mich dann an die Grube herangewagt, und angefangen die Wurzeln zu sieben, aber das hat total nicht funktioniert! Dann weiter versucht mit Ausgraben, besser gesagt Auspräparieren: die Wurzeln brechen einfach ab und man möchte doch die Gewissheit haben dass nichts mehr in der Erde sitzen bleibt. Und hier ist wo die Sisyphusarbeit in der Geschichte auftaucht………..wirklich sehr schwierig, man gräbt und schaufelt, die Grube wird ständig größer und man hat nicht wirklich das Gefühl voranzukommen. Wie mein Nachbar dramatisierte: diese Frau stirbt noch über ihren Bambus!

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Das Sieben der Bambuswurzeln

Die warmen Tage mit Temperaturen über 35ºC haben uns sehr gut gefallen, weil die Wurzeln hitzeempfindlich sind und vertrocknen. Zwischendurch haben die Männer laut Planung Baggerarbeiten gemacht……..nur gab es keinen anderen Weg als über den Bambushügel zu fahren………….ssss……….ich habe versucht nach jeder Bagger-Bambushügel-Fahrt nach Wurzeln zu grasen……..Alpträume? Woher wohl?

Mein Mann hat mir wieder Mut gemacht (so sollte es in einer Ehe sein, oder?) und wir haben zusammen weiter ‘auspräpariert”. Ich habe fleißig weiter gegraben und die erste Bambusgrube ist fertig………uffff.

Die letzten Wurzeln aus der ersten Grube

Wenn man nur wüsste, welche Wurzeln noch im Stande sind eine Sprosse zu bilden! Und gerade Bambussprossen sind wirklich sehr groß! Ganz kleine Wurzeln, die Haarwurzeln, können das sicherlich nicht. Wurzeln können ja nicht weiter wachsen ohne die Nahrung der Blättern, und sollen genügend Baustoffe vorhanden haben um eine  Sprosse bilden zu können. Je tiefer die Wurzeln sitzen, desto mehr Energie  vorhanden sein muss, damit die Sprosse ins Licht gelangt. Man muss also eigentlich nur die Bambuswurzeln mit ausreichend Energie für Sprossbildung erkennen und finden können……

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Welche Wurzeln können eine Sprosse bilden?

Es gibt 2 Arten von Bambus: wir hatten eine wuchernde Art, aber es gibt auch nicht-wucherende, die horstig wachsen ohne Ausläufer. Wir haben jetzt horstiger Bambus gekauft, eine wunderschöne Fargesia. Diese brauchen gar keine Wurzelsperre laut Literatur, aber wir haben doch zur Sicherheit eine eingegraben. Demnächst können die Bambuspflanzen eingepflanzt werden und so in der Meditationsecke ein Anfang der exotischen Atmosphäre bilden!

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Die neuen Fargesia’s

PS. Kurz nachdem ich letzte Woche den neuen Beitrag gepostet hatte, sind meine grössten Festuca Sämlinge von einer Schnecke kahl gefressen worden: welch ein Glück dass Graspflanzen ihr Meristem unten haben und sich hoffentlich erholen können. Von meinen Nicotiona alata Pflänzchen konnte ich nur eine retten, und andere aus den Sämling-Puffer nachziehen.

20. Juni 2014 von Sietske
Kategorien: Garten Design, Gartenbau | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Toevallig hebben een paar weken terug 2 hoveniers en een graafmachine bij mij in de tuin in 2 hoeken ook bamboe verwijdert! (Kostbare grap!) na ruim 10 jaar ook uit de pot. Die pot was nog intact, de spruiten zijn over de rand gekropen en die belaagde de folievijver van m’n buren! Ik wil natuurlijk niet dat hun vijver lek raakt door mijn bamboe. Ook niet dat het straks in m’n hele tuin zit overigens.. Wij hebben het niet heel zorgvuldig gedaan; de tactiek is om met gif eventuele nieuwe scheuten te bestrijden. Een hele zware variant van Roundup dus soort van verantwoord. De oorspronkelijke pot in gekortwiekte versie weer terug gezet, maar die wordt nu geel. Ben benieuwd of ze het volhouden. Ik vind bamboe wel erg leuk namelijk.
    Veel plezier nog in de tuin!
    Liefs, Margret